Unter dem Kaiser Justinian (527-565) erreichte die Kaisermacht des Morgenlandes ihren Höhepunkt. Die geistliche Gerichtsbarkeit gewährte den Bischöfen viele Vorrechte, das kirchliche Einkommen wurde steuerfrei und die Diener der Kirche genossen das höchste Ansehen. Leider missbrauchten die Kaiser auch vielfach ihre Gewalt, indem sie sich unbefugterweise in kirchliche Angelegenheiten einmischten, sodass die Päpste einschreiten mussten. Um die weitere Christianisierung des Abendlandes machte sich ein Heiliger verdient, der unstreitig zu den größten Wohltätern der Menschheit zählt: der heilige Benediktus. Im Jahre 520 hatte er bereits 12 Klöster gegründet. 529 entstand in Italien das Kloster Monte Cassino, das die größte Berühmtheit erlangte. Der Benediktinerorden war es, welcher überall seine segensreiche Tätigkeit entfaltete. Mit Hilfe der Benediktiner versuchte nun Papst Gregor der Große die Bekehrung Englands. Er sandte den Abt Augustinus mit 39 Benediktinern nach Britanien. Diese landeten 597, und ihrem Eifer gelang es, noch im nämlichen Jahre den König für die Kirche zu gewinnen. 10 000 Heiden wurden getauft. Irland war schon im vorigen Jahrhundert durch den heiligen Patrizius christlich geworden, und irische Benediktiner waren es, welche Schottland bekehrten. Der große Apostel Schottlands ist der heilige Abt Kolumba. Sein heiliges Leben, der feierliche Chorgesang der Mönche wirkten günstig auf die Heiden. Kolumba taufte den König Brid nebst seinem Volke und errichtete viele Klöster, welche sein Werk fortsetzten.